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Virengefahr im Trinkwasser der Ruhr

Im Umweltministerium von NRW liegt seit einigen Monaten ein Expertenbericht über den Stand der Trinkwasseraufbereitung an der Ruhr vor. Das Papier birgt Zündstoff und dürfte in der Wasserwirtschaft heftige Diskussionen auslösen. Erstmals warnen Experten die Behörden vor Gefahren durch Viren, Bakterien oder Parasiten im Wasser – vom klassischen Darmkeim bis hin zu den tückischen Noroviren, die Brechdurchfall und Schlimmeres auslösen können. Fazit: Entlang der Ruhr, aus der Millionen Menschen trinken und in die das Abwasser von Industrie und Haushalten rauscht, reichen die Verfahren zur Überwachung des Trinkwassers nicht mehr aus. »Wir müssen davon ausgehen, dass jedes Oberflächenwasser und insbesondere Flussgewässer wie die Ruhr, in die Abwässer eingeleitet werden, mit Viren und anderen Krankheitserregern belastet werden«, sagt Prof. Exner, Kopf der Expertenkommission.

Zwar besage die Trinkwasserverordnung, dass Wasser für den menschlichen Gebrauch frei von Krankheitserregern sein müsse. Das aber könne so nicht mehr garantiert werden. Exner warnte, dass die üblichen Verfahren zur Überwachung der Hygiene veraltet seien. Bei Viren fehle es an Wissen und Analyseverfahren. Aus Sicht der Experten müssen insbesondere Wasserwerke an der mittleren Ruhr von Dortmund bis Mülheim mit mehrstufigen Sicherheitsbarrieren ausgerüstet werden. Auch sollten in Kläranlagen feinere Filter installiert werden.

Was Darmkeime im Trinkwasser auslösen können, zeigte sich 1993 in Milwaukee. In der Industriestadt im Norden der USA gelangte ein Darmparasit durch ein Leck im Filtersystem der Kläranlagen und verseuchte das Trinkwasser der Millionenstadt. 400.000 Menschen kämpften tagelang mit Durchfall, Fieber und Bauchkrämpfen, 70 starben.

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